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Nächtliche Szene unter einer Brücke im Neonlicht, Bildwelt des Ideenkartells aus Meckenheim bei Bonn Der Patron im schwarzen Anzug sitzt im Ledersessel, Symbolfigur des Ideenkartells

Ladezeit: warum drei Sekunden über den Auftrag entscheiden

Diese Sekunden entscheiden darüber, ob überhaupt jemand bei Ihnen anruft. Der Besucher, der wegen einer langsamen Seite abspringt, beschwert sich nicht. Er ruft beim Nächsten an, und Sie erfahren nie davon.

Ladezeit klingt nach einem Thema für Techniker. Tatsächlich ist es eines für Inhaber, denn kaum etwas kostet so unbemerkt Aufträge. Der Besucher, der wegen einer langsamen Seite abspringt, beschwert sich nicht. Er ruft beim Nächsten an, und Sie erfahren nie davon.

Was drei Sekunden bedeuten

Die gängige Faustregel lautet: Ab etwa drei Sekunden steigt die Abbruchrate deutlich an, und sie steigt weiter, je länger es dauert. Genaue Zahlen unterscheiden sich je nach Studie und Branche, aber die Richtung ist überall dieselbe. Wichtig ist dabei ein Detail, das oft übersehen wird: Gemeint sind drei Sekunden auf dem Handy im Mobilfunknetz, nicht im Büro-WLAN mit Glasfaser.

Machen Sie den Test einmal selbst. Handy nehmen, WLAN ausschalten, Ihre Adresse eintippen und mitzählen. Das ist die Zahl, die zählt, weil so die Mehrheit Ihrer Besucher auf Ihrer Seite landet.

Die drei häufigsten Bremsen

Bilder. Mit Abstand Ursache Nummer eins. Ein Foto direkt aus der Kamera hat schnell fünf Megabyte. Auf der Website reichen davon meist unter zweihundert Kilobyte, ohne dass jemand einen Unterschied sieht. Wenn über die Jahre zwanzig solcher Bilder hochgeladen wurden, erklärt das die Ladezeit von allein.

Erweiterungen. Jedes zusätzliche Plugin lädt eigenen Code mit, oft auf jeder Seite, auch dort, wo es gar nicht gebraucht wird. Ein Slider, ein Cookie-Werkzeug, ein Kontaktformular, eine Kartenanbindung, ein Bewertungswidget. Einzeln harmlos, zusammen zwei Sekunden.

Schriften und fremde Dienste. Schriften, die bei jedem Aufruf von einem fremden Server geholt werden, kosten Zeit und werfen nebenbei Datenschutzfragen auf. Dasselbe gilt für eingebettete Karten, Videos und Zählpixel.

Was Sie ohne Agentur selbst tun können

Zwei Dinge bringen erfahrungsgemäß am meisten und brauchen kein Fachwissen.

Erstens: Bilder verkleinern, bevor Sie sie hochladen. Es gibt kostenlose Werkzeuge dafür, und die Faustregel lautet, dass ein Bild für die Website selten breiter als 1600 Pixel sein muss. Wer die vorhandenen großen Bilder ersetzt, sieht die Wirkung oft schon am nächsten Tag.

Zweitens: Aufräumen. Sehen Sie nach, welche Erweiterungen wirklich in Benutzung sind. Der Slider, den seit 2019 niemand mehr angefasst hat, kann weg. Alles, was Sie nicht mehr brauchen, deaktivieren und löschen, nicht nur ausschalten.

Womit Sie messen

Google stellt mit PageSpeed Insights ein kostenloses Werkzeug bereit. Es spuckt eine Punktzahl aus und eine Liste mit Empfehlungen. Nehmen Sie die Punktzahl nicht zu ernst, sie schwankt. Interessant ist die Liste darunter, vor allem der Abschnitt zu den größten Einsparungen. Dort steht meist genau das, was oben beschrieben ist.

Was Ladezeit mit Google zu tun hat

Google misst die Ladezeit seit Jahren mit und lässt sie in die Bewertung einfließen. Man sollte den Punkt aber nicht überschätzen: Er ist ein Faktor unter vielen und schlägt selten den besseren Inhalt. Wenn zwei Seiten inhaltlich gleichauf liegen, kann die schnellere vorn stehen. Wenn eine davon deutlich besser zur Suchanfrage passt, gewinnt sie auch langsam.

Der eigentliche Effekt läuft indirekt. Wer schnell findet, was er sucht, bleibt länger und springt seltener zurück zur Ergebnisliste. Dieses Verhalten registriert Google sehr wohl. Die Ladezeit wirkt also weniger als Rechengröße und mehr über die Menschen, die auf Ihrer Seite landen. Mehr dazu, wie die Bewertung insgesamt zustande kommt, steht unter SEO-Optimierung.

Ein realistischer Zielwert

Streben Sie nicht die perfekte Punktzahl an. Die letzten Prozentpunkte kosten unverhältnismäßig viel Aufwand und bringen für einen lokalen Betrieb praktisch nichts. Ein guter Zielwert ist: Der Hauptinhalt steht auf dem Handy im Mobilfunknetz nach spätestens zweieinhalb Sekunden, und die Seite springt beim Laden nicht herum, weil Bilder ohne feste Maße nachrutschen.

Das zweite ist der unterschätzte Punkt. Eine Seite, die während des Ladens dreimal die Position wechselt, wirkt kaputt, auch wenn sie schnell ist. Jedes Bild braucht deshalb im Quelltext Breite und Höhe, damit der Browser den Platz vorher reservieren kann. Das ist eine Zeile Code je Bild und einer der wirksamsten Handgriffe überhaupt.

Wann sich Aufräumen nicht mehr lohnt

Wenn eine Seite auf einem veralteten System läuft, seit Jahren keine Updates bekommen hat und mit fünfzehn Erweiterungen zusammengehalten wird, ist Optimieren oft teurer als ein Neubau. Die Grenze verläuft ungefähr dort, wo mehr als die Hälfte der Arbeitszeit ins Verstehen des Bestands fließt statt ins Verbessern.

Wer die Seite dauerhaft schnell halten will, braucht ohnehin jemanden, der regelmäßig hinschaut. Was dabei anfällt, steht unter Wartung und Pflege. Wenn Sie unsicher sind, wo Ihre Seite steht: Wir schauen einmal drauf und sagen es Ihnen. Das kostet nichts und endet auch nicht zwangsläufig mit einem Angebot.

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