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Nächtliche Szene unter einer Brücke im Neonlicht, Bildwelt des Ideenkartells aus Meckenheim bei Bonn Der Patron im schwarzen Anzug sitzt im Ledersessel, Symbolfigur des Ideenkartells

Cookie-Banner: wann Sie wirklich einen brauchen

Ein erheblicher Teil der Betriebe mit Cookie-Banner bräuchte gar keinen. Dann ist er kein Schutz, sondern eine selbstgebaute Hürde.

Fast jede Betriebswebsite begrüßt Besucher heute mit einem Cookie-Banner. Ein erheblicher Teil dieser Betriebe bräuchte gar keins. Der Banner ist dann kein Schutz, sondern eine selbstgebaute Hürde, die Besucher wegklicken müssen, bevor sie überhaupt etwas sehen.

Vorweg, weil es wichtig ist: Wir sind keine Anwälte, und dieser Text ist keine Rechtsberatung. Er beschreibt die Faustregeln, nach denen wir Websites bauen. Im Zweifel oder bei komplizierteren Fällen fragen Sie bitte eine Kanzlei.

Worum es rechtlich überhaupt geht

Der entscheidende Punkt ist nicht die Datenschutzgrundverordnung, sondern die Regelung zum Zugriff auf Endgeräte. Vereinfacht gesagt: Sobald etwas auf dem Gerät des Besuchers gespeichert oder von dort ausgelesen wird, das für den Betrieb der Seite nicht zwingend nötig ist, brauchen Sie vorher eine Einwilligung.

Das Wort zwingend ist der Kern. Ein Cookie, das den Warenkorb merkt, ist nötig. Ein Zählpixel, das misst, wie viele Leute die Seite besucht haben, ist es nicht.

Wann Sie keinen Banner brauchen

Wenn Ihre Website nichts einbindet, was Daten an Dritte schickt oder etwas auf dem Gerät ablegt. Konkret heißt das:

  • Schriften liegen auf Ihrem eigenen Server, statt bei jedem Aufruf von einem fremden geladen zu werden
  • keine Statistik wie Google Analytics
  • keine eingebettete Karte, sondern nur ein Link zur Karte
  • keine eingebetteten Videos von Videoplattformen
  • keine Schaltflächen sozialer Netzwerke, die schon beim Laden Kontakt aufnehmen
  • ein Kontaktformular, das ohne fremde Dienste auskommt

Für die meisten Handwerksbetriebe, Praxen und Kanzleien ist das keine Einschränkung. Sie brauchen keine Statistik, die täglich ausgewertet wird, und die Karte ersetzt ein Link mit dem Text Route planen, der beim Klick die Kartenanwendung öffnet.

Wann Sie einen brauchen

Sobald eines der oben genannten Dinge eingebunden ist. Sehr häufig ist der Fall, dass niemand mehr weiß, dass da etwas eingebunden wurde. Ein Video von 2019, eine Karte auf der Kontaktseite, ein Statistikwerkzeug, das der Vorgänger installiert hat.

Wenn Sie einen Banner brauchen, muss er auch funktionieren: Ablehnen muss genauso leicht sein wie Zustimmen, es darf nichts vorangekreuzt sein, und vor der Zustimmung darf nichts geladen werden. Ein Banner, der nur informiert und dann trotzdem alles lädt, ist schlimmer als keiner, weil er den Verstoß dokumentiert.

Wie Sie herausfinden, was Ihre Seite lädt

Öffnen Sie Ihre Website im Browser, drücken Sie F12 und wechseln Sie auf den Reiter Netzwerk. Dann Seite neu laden. Sie sehen eine Liste aller Adressen, von denen etwas geholt wird. Alles, was nicht Ihre eigene Domain ist, gehört auf den Prüfstand.

Das dauert fünf Minuten und ist erstaunlich aufschlussreich. Bei jeder zweiten Seite, die wir uns so ansehen, tauchen Dienste auf, von denen der Inhaber nichts wusste.

Statistik, die ohne Einwilligung auskommt

Der häufigste Grund für einen Banner ist der Wunsch nach Zahlen. Den kann man erfüllen, ohne Einwilligung einzuholen, wenn das Werkzeug keine Daten auf dem Gerät ablegt und keine personenbezogenen Daten verarbeitet. Solche Lösungen gibt es, sie liefern weniger Details als die großen Anbieter, aber für einen lokalen Betrieb genau die Zahlen, die zählen: wie viele Besucher, über welche Seiten, von welchen Suchbegriffen.

Ohnehin kostenlos und ohne Banner nutzbar ist die Google Search Console. Sie zeigt Ihnen, über welche Suchanfragen Menschen bei Ihnen landen, und ist damit für lokale Betriebe oft aufschlussreicher als jede Besucherstatistik. Wie wir damit arbeiten, steht unter SEO-Optimierung.

Ohne Banner heißt nicht ohne Datenschutzerklärung

Das wird regelmäßig verwechselt. Eine Datenschutzerklärung brauchen Sie in jedem Fall, auch bei einer einfachen Seite ohne jedes fremde Werkzeug. Denn schon der Aufruf Ihrer Seite verarbeitet Daten, etwa die IP-Adresse in den Server-Protokollen, und ein Kontaktformular sowieso.

Der Unterschied ist: Die Datenschutzerklärung informiert, der Banner holt eine Einwilligung ein. Das eine ist immer Pflicht, das andere nur dann, wenn etwas passiert, das ohne Zustimmung nicht passieren darf.

Unsere Empfehlung

Bauen Sie die Seite so, dass Sie keinen Banner brauchen. Das ist schneller, angenehmer für Besucher und rechtlich der ruhigste Weg. Wenn Sie unbedingt Statistik wollen, gibt es Werkzeuge, die ohne Cookies und ohne personenbezogene Daten auskommen und deshalb in vielen Fällen ohne Einwilligung laufen dürfen.

Und wenn Sie mehr brauchen, etwa für Werbekampagnen: dann eben mit Banner, aber richtig gebaut. Nur nicht auf Verdacht, weil alle anderen auch einen haben. Wer das einmal sauber aufsetzt, hat danach Ruhe, muss die Sache aber im Blick behalten, wenn später etwas eingebunden wird. Genau dafür gibt es Wartung und Pflege.

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